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LISSABON: Stopoverflow

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Flüge sind erschwinglicher denn je. An Wochenenden fluten Touristen die europäischen Städte. Warum ich mich ausgerechnet an einem langen Wochenende durch das übervolle Lissabon quäle und warum Übertourismus seitdem kein geflügeltes Wort mehr für mich ist? Das kam so: Eigentlich sind wir auf dem Weg zum Badeurlaub auf den Kapverden. Eigentlich sollten wir gegen Mittag in Frankfurt losfliegen. Eigentlich hätten wir einen fünfstündigen Zwischenstopp in Lissabon. Mit dem Taxi in die Stadt, entspannt bummeln, ein, zwei oder drei Pastel de Nata schlemmen und danach sofort weiterfliegen. Doch dann informiert der Reiseveranstalter mich kurzfristig über eine Flugzeitänderung. Ich fliege schon ganz früh morgens los, habe einen mehr als zwölfstündigen Stopover in Lissabon und bin mehr als 24 Stunden unterwegs, bis ich endlich wieder eine Zimmertür hinter mir schließen kann. Eigentlich toll, weil wir so mehr von Lissabon sehen können. Eigentlich die perfekte Gelegenheit, eine Zwische...

TENERIFFA: Sonnige Affäre

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Es ist Ende Februar. Minus acht Grad Celsius und fünf Zentimeter Neuschnee vor meiner Haustür. Entweder nimmt man das so hin, weil man Jahreszeiten und Wetter nun einmal nicht ändern kann, oder man flüchtet. Vielleicht flüchtet man ins nächste Skigebiet. Vielleicht flüchtet man aber auch in die Sonne. Ich habe mich für die Flucht in die Sonne entschieden. Nach wochenlangem Wettergrau und Dauerregen und nachdem mein Körper jegliche Vitamin-D-Produktion eingestellt hat, scheint mir eine Reise in die Sonne eine notwendige Maßnahme für mein Seelenheil zu sein. Zeit, eine alte Liebe aufzuwärmen: Teneriffa. In den Jahren 2011, 2012 und 2013 hat mich diese wunderbare Insel schon begeistert. Fast fünf Jahre sind seit meinem letzten Besuch vergangen. Einiges hat sich verändert, an anderer Stelle scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wir genießen unsere Vertrautheit und entdecken trotzdem Neues. Von meinem Hotel am östlichen Ende der Strandpromenade in Puerto de la Cruz ...

MEXIKO: Vorfreude und Nachwehen

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Was ist, wenn man sich monatelang auf eine Reise freut, die dann ganz anders verläuft, weil die Beschreibung des Reiseveranstalters. . . äh sagen wir. . . “missverständlich“ ist? Was ist, wenn Du versuchst freundliche, konstruktiv gemeinte Kritik zu äußern und es keinen interessiert? Ist es „besser“ zu reklamieren und gleich mit rechtlichen Schritten zu drohen? Beurteile doch einfach selbst, ob Du meine (hoffentlich) konstruktive Kritik als berechtigt empfindest, und lasse Dich überraschen wie der Veranstalter reagiert hat. Jetzt aber mal von Anfang an: Es ist warm. Die Meeresbrise schmeckt nach Salz. Wie bei einer Parade stehen Hunderte Menschen aufgereiht am Strand. Unzählige Augenpaare scannen die Wasseroberfläche der Lagune. Dann bricht das Blau. Ein gigantischer Körper schießt aus dem Meer. Blenden sündteurer Teleobjektive klicken im Akkord. Der gigantische Grauwal klatscht mit einem spektakulären ‚Kawoom‘ auf das Wasser und taucht wieder ab. So, genau so habe ich ...

BAJA CALIFORNIA: Abenteuer statt Vorurteile

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Mein vorurteilsgeprägtes Bild von Mexiko habe ich mir vor zwanzig Jahren gemalt. Nach einer kulturgeprägten Yucatán-Rundreise hatte sich damals ein Kulturschock-Badeaufenthalt in Cancún angeschlossen. So packte ich also Mexikos großartige archäologische Stätten in die Gehirn-Schublade mit Touristenmassen, angetrunkenen jugendlichen US-Amerikanern, teuren Restaurants mit unfreundlichem Service und einer Woche Dauerregen. Dem Gesetz der niedrigen Erwartungshaltung folgend, hat mich die Baja California in vielerlei Hinsicht positiv überrascht. Dabei hat alles wenig vielversprechend angefangen. Wale. Buckelwale. Grauwale. Walbullen, die aus dem Wasser springen. Walmütter, die mit ihren Jungen um Touristenboote schwimmen. Diese Art von Naturbeobachtung steht ganz oben auf meiner Löffelliste, also der Liste von Erfahrungen, die ich unbedingt noch machen möchte, bevor ich den Löffel abgebe. Deshalb habe ich eine Reise zur Baja California gebucht. Die Beschreibung des...

GRIECHENLAND sollte es auf Rezept geben

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Mit Griechenland verbinden mich ganz besondere Erinnerungen (siehe auch " Griechisch Blau Blues "). Meine Vorfreude zur Chalkidiki zu fliegen ist also entsprechend groß. In den letzten Wochen, so hat es mir das Internet verraten, rollte eine Hitzewelle über die Halbinsel unterhalb von Thessaloniki. Als wir am späten Nachmittag in Griechenland landen sind es beinahe noch dreißig Grad. Nachdem wir den Koffer auf dem Zimmer verstaut haben, stürmen wir die Poolbar und kommen erstmal an. Was ich am anderen Morgen erblicke, als ich die Vorhänge des Hotelzimmers öffne, halte ich zuerst für einen schlechten Scherz. Von der offenen Balkontür her schlägt mir ein kalter, klammer Wind entgegen und es regnet. Wie ärgerlich. Und was für ein Glück. Diesen Urlaub wollten wir komplett faul verbringen. Keine Ausflüge, keine Besichtigungen. Nur der Strand, die Poolbar, das Hotelzimmer und ein leerer Kopf. Den Stress, der uns zuhause fest im Griff hatte, passiv bekämpfen...