UGANDA: Viel mehr mehr*

---> mit viel Dank an Jürgen, der mich durch seinen Bericht "Eine Reise zur Perle Afrikas" (und seine hilfreichen Tipps zum Veranstalter Abendsonne Afrika) zu dieser Reise inspiriert hat <---

Gorilla Tracking wollte ich, und bekommen habe ich so viel mehr.
Eine Rundreise durch ein facettenreiches Land mit abwechslungsreichen Landschaften, liebenswerten, wunderhübschen Menschen und grandioser Natur.


Wer Tiere und Natur liebt, der wird ebenfalls von Uganda so begeistert sein wie ich.
Wer Luxusherbergen gewohnt ist, gerne geräusch- staub- und erschütterungsarm reisen möchte, und Camping doof findet, der sollte lieber ein anderes Reiseziel wählen oder noch ein paar Jahre warten, bis der Tourismus dieses kleine Paradies vollständig in seiner Hand hat.
Man verpasst dann aber vielleicht die vielen winkenden und "Muzunguuuuu" (In vielen der Bantusprachen bedeutet Muzungu „Mensch mit weißer Hautfarbe“. Völlig wertfrei und keinstenfalls rassistisch.) jauchzenden Kinder am Rand der Schotterpiste. Die Anzahl der "Give me money!" rufenden Kinder wird exponentiell angestiegen sein.

Jetzt, also "now now" (*Um in Uganda etwas zu betonen wird wiederholt. Man tankt zum Beispiel "full full".) findet man hier (noch!) die richtige Mischung zwischen einem Hauch Abenteuer und touristisch erschlossenem Angebot.

Sonnen-Aura (?) mittags um 12 Uhr am Äquator
Du möchtest demnächst nach Uganda? Hier ein paar Tipps und Hinweise:

ESSEN: Da bin ich immer ein schlechter Maßstab, denn mir schmeckt fast alles fast überall. In Uganda bin ich ganz wild auf Matoke (https://de.wikipedia.org/wiki/Matoke) mit Erdnuss-Sauce (Binyebwa). Verwöhnt durch das tolle Wildfleisch in Namibia habe ich mir auch in Uganda Antilopen-Steak satt versprochen, werde aber enttäuscht. Hier dürfen keine Wildtiere geschossen werden, und Zucht-Farmen gibt es nicht. Unter diesen Umständen kann ich lässig mit Rind, Hühnchen und Fisch leben.

Matoke auf dem Weg zum Markt
GELD & PREISE: Geldautomaten gibt es nur in den wenigen, größeren Städten. Geldwechsel ist auch nur in Städten oder größeren Lodges möglich. Die meisten Lodges oder Camps haben aber einen annehmbaren Umrechnungskurs und man kann auch in US Dollar oder Euro zahlen.
Getränke in der Lodge sind für unsere Verhältnisse sehr günstig. Ein Kaffee oder ein Softdrink oder ein Bier ein bis zwei USD, ein doppelter Gin Tonic um die vier Dollar. Wein kommt in der Regel aus Südafrika und kostet ebenfalls um die drei bis vier USD pro Glas.

GORILLA TRACKING: Man kann Trekking-Stöcke von zuhause mitbringen. Manche Lodges leihen einem auch gerne Holzstecken. Man sollte sich auf jeden Fall solch ein "drittes Bein" mitnehmen. BERG-Gorillas leben -wie ich erschöpft und entkräftet feststellen musste- in Bergen. Die steilen, kraftzehrenden Höhenmeter lassen sich mit diesem kleinen Hilfsmittel etwas leichter erklimmen. Absolut unerläßlich ist die Hilfe eines Trägers/Porters. Dieser Einheimische zieht und schiebt den durchschnittlich sportlichen Tourist die steilen, stark bewachsenen Hänge hinauf und hinunter. Er trägt das Trinkwasser und das Lunch-Paket, die Kameraausrüstung. Der freundliche Helfer animiert zum sinnvollen Trinken und scherzt mit einem, wenn man gerade drauf und dran ist vor Erschöpfung aufzugeben. Und das alles für 15 USD plus Trinkgeld. Bei schmerzgrenzhaften 600 USD Eintritt/Permit, um eine Stunde mit den Gorillas zu verbringen, sollte das auch noch drin sein.

Teefeld in den Bwindi-Bergen
INSEKTEN-/MALARIASCHUTZ & IMPFUNGEN: Letztendlich muss jeder selber wissen wie er mit diesem Thema umgeht. Fakt ist mal, dass alle möglich Mückenviecher morgens und abends in der Dämmerung unterwegs sind. Die Chemiekeule und entsprechende Kleidung können definitiv das Risiko verstochen bzw, mit irgendwas infiziert zu werden minimieren.

KAMERA & FERNGLAS: Prinzipiell ist die normale Reisekamera gut zu gebrauchen. Je nach Pirsch-Glück ist eine sogenannte Superzoom-Kamera (>400mm Brennweite) Gold wert.
Meine erfahrene Reiseleiterin, Dani, hatte einen fantastischen Tipp: "Wenn du deine ersten Schimpansen oder Gorillas in freier Wildbahn triffst, dann lass doch einfach mal die Kamera stecken und genieße den kostbaren Moment. Nimm lieber ein Fernglas zur Hand, um besser beobachten zu können. Bei den schwierigen Lichtverhältnissen im dichten Laubwald kommen sowieso in den seltensten Fällen gute Fotos beim fotografieren heraus. Es gibt tolle Bildbände zu kaufen, von Profis fotografiert. Ausnahmsweise sollte man vielleicht lieber diese bewegenden Momente im Gehirn anstatt auf einem Speicherchip abspeichern." Dem hab ich nichts hinzuzufügen, außer "Wo sie recht hat, hat sie recht."
Wer seine Kamera liebt, packt sie unterwegs in eine Plastiktüte zum Schutz gegen den Staub. Außerdem sollte man unbedingt einen kleinen Reinigungspinsel oder -vielleicht noch besser- einen kleinen Blasebalg mitnehmen und die Kamera täglich sorgfältig vom roten Staub befreien.


KLEIDUNG & SCHUHWERK: Beides sollte praktisch und strapazierbar sein. Mit "one to wear, one to wash and one spare" (sinngemäß: eins zum tragen, eins zum waschen und ein Ersatz) kommt man gut hin, zumal man die Kleidung in den meisten Camps/Lodges günstig oder gar kostenlos waschen lassen kann. Das gilt allerdings nur für Oberbekleidung. Unterwäsche entweder genügend einpacken oder selbst durchwaschen. Gegen Ende der Reise kann man auch gerne mal ein Kleidungsstück bzw. ein paar Schuhe ausrangieren. Hier landet es bestimmt nicht im Müll, sondern findet noch eine sinnvolle Verwendung.

Meine heißgeliebten Trekking-Schuhe bleiben in Uganda.
KOSMETIK & SEIFE: In den meisten Unterkünften reicht die Solar-Stromversorgung nicht aus, um stundenlanges Hairstyling zu ermöglichen. Die Beleuchtung lässt außerdem keine umfangreichen Schminkaktionen zu. Dekorative Kosmetik muss also kein zwingender Bestandteil des Uganda-Reisegepäcks darstellen. Nach meinem Selbstversuch kann ich ruhigen Gewissens behaupten, dass mir das zweiwöchige duschen und Haare waschen mit reiner Seife (kein duftend schäumendes Duschgel, kein seidig fluffiges Shampoo und schon gar keine glitschige Haarspülung!) nicht geschadet hat. So ein Stück Seife produziert natürlich abbaubare Lauge und verhältnismäßig wenig Abfall, kostet wenig, nimmt kaum Platz im Gepäck weg und kann nicht auslaufen.

MÜLLSACK: Die meisten Straßen sind Schotterpisten, die beim Befahren feinen Staub produzieren. Dieser Staub zieht wirklich überall hin. Sein Gepäck schützt man am besten mit einem Müllsack. Billig und effizient.


OHRSTÖPSEL: Du hast einen leichten Schlaf und hoffst in der dunklen Abgeschiedenheit der Nationalparks den Tiefschlaf zu genießen? Dann nimm auf jeden Fall Ohrenstöpsel mit, oder betäube dich beim Dinner mit doppelten Gin Tonic als Aperitif und Digestif! Nachts ist es nämlich alles andere als leise. Es grunzt, quakt, trappelt, schmatzt und nagt lautstark um dich herum. Deine Ohren sind lediglich durch die Zeltplane vom nächtlichen Tierleben getrennt.


REGENZEIT: Die Ende September einsetzende Regenzeit muss nicht zwangsläufig eine schlechte Reisezeit sein. Im Gegenteil. Viele Tierbabys in den Parks, klare Luft nach einem Schutt und der Staub der Straßen hält sich in Grenzen. Es kann allerdings auch mal passieren, dass eine Straße oder eine Brücke unbefahrbar geworden ist und ein größerer Umweg nötig wird. Es regnet seltenst den ganzen Tag. Vielleicht mal ein oder zwei Stündchen, lokal begrenzt.


TASCHENLAMPE: Die meisten Unterkünfte stellen den Gästen Taschenlampen zur Verfügung. Insbesondere für Alleinreisende ist eine LED-Stirnlampe ein wirklich sinnvoller Begleiter. Man hat beide Hände frei, um in der Dunkelheit den Zelt-Reißverschluss zu öffnen/schließen.

Wake-up Kaffee auf der eigenen Veranda in der Engagi Lodge in Bwindi
ÜBERNACHTUNGSMÖGLICHKEITEN: Man kann entweder mit einem erfahrenen Guide campen, oder -so wie ich in einer Gruppe- in (mehr oder weniger) komfortablen Hotels/Lodges/Zelt-Camps übernachten. Zum Beispiel:
Engagi Lodge in Bwindi
Karibu Guesthouse in Entebbe
Kingfisher Lodge in Kichwamba beim Queen Elisabeth NP
Kluges Gästefarm bei Fort Portal
Lake Mburo Tented Camp im Lake Mburo NP
Lake Victoria View Guest House in Entebbe
Masindi Hotel in Masindi
Murchison River Lodge im Murchison NP
The Nile Porch in Jinja

Lake Mburo Tented Camp

FAZIT:
Ich kam wegen der Berg-Gorillas nach Uganda, und habe das Land als Uganda-Fan verlassen.
Selten wurde ich auf einer Reise so durchgeschüttelt, habe während der Fahrt so viele blaue Flecken kassiert.
Selten wurde ich so intensiv vor einer Reise geimpft und zum ersten mal habe ich meine Malaria-Tabletten brav von Anfang bis Ende genommen.
Und das alles ist es wert!
So ein herrliches Land!
Ich werde wiederkommen und hoffe die gleiche strahlende Perle vorzufinden wie im September 2015.

Uganda bietet unzählige Möglichkeiten. Hier eine kleine (!) Auswahl meiner persönlichen Highlights, bei der Bilder mehr als Worte sagen:

BOTANISCHER GARTEN IN ENTEBBE




SPAZIERGANG AM STADTRAND VON JINJA
Die Schuhe werden vorm Klassenzimmer ausgezogen.


BOOTSFAHRT AUF DEM VIKTORIA-NIL ZUR NIL-QUELLE


RHINO SANCTUARY BEI ZIWA


SCHIMPANSEN TRACKING IM BUDONGO FOREST RESERVE


MURCHISON-FÄLLE UND BOOTSFAHRT UNTERHALB DER FÄLLE





MURCHISON NATIONAL-PARK GAME-DRIVE







QUEEN ELISABETH NATIONAL-PARK GAME-DRIVE
Hier versteckt sich der Schöne

Erwischt!



BOOTSFAHRT AUF DEM KAZINGA-KANAL



LÖWENPIRSCH IM ISHAHA NATIONAL-PARK
Löwen haben wir leider keine gesehen, aber diesen bildschönen Bewohner.


GORILLA TRACKING IM BWINDI NATIONAL-PARK



PIRSCH-SPAZIERGANG DURCH DEN LAKE MBURO NATIONAL-PARK






Kommentare:

  1. Hallo Diane, freut mich das du mich in deinem Beitrag erwähnst und das ich dir helfen konnte :-)
    Ja die Erlebnisse in diesem Land sind schon sehr intensiv... Ich habe immer noch lebhafte Erinnerungen an die Primatentrekkings zu den Gorillas und Schimpansen...einfach grandios.
    Unsere letzte Tour führte uns jetzt in die Serengeti (wir können einfach von Afrika nicht lassen)... hier hatten wir auch wieder einige phantastische Erfahrungen, lass dich überraschen. Werde bald ein paar Videoschnipsel online stellen.

    Liebe Grüße

    Jürgen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Jürgen
      DA bin ich super gespannt. Vor allem auf Deine fantastischen Fotos!
      Für's Frühjahr ist zwar schon Indien geplant, aber danach liebäugele ich mit Uganda's Norden. ... aber wer weiß ... vielleicht lese ich Deinen Reisebericht und bin dann ganz wild auf die Serengeti?! :-)
      Liebe Grüße - Diane

      Löschen