THAILAND: Hong ohne Kong, aber dafür mit 007

Mir ist laaaangweilig!
Wochen- und monatelang kann ich es nicht abwarten einfach nur faul am Strand rumzuliegen. Ist es dann endlich soweit, genieße ich den ersten faulen Tag sehr. Auch den zweiten Tag kann ich mit lesen überbrücken, doch dann brauche ich auch schon wieder Action.
„James Bond Felsen“ steht auf der Tafel eines lokalen Anbieters für Tages-Ausflüge. „Das nehmen wir. Zweimal bitte.“
Ein kleiner Minivan holt uns morgens am Hotel ab. Rund 60 Minuten Fahrt bis zum Bootsanleger irgendwo in der Phang Nga Bucht. Mit einem sogenannten Longtail-Boot schießen wir über die Fahrrinne inmitten von Mangroven. Nach einer Weile öffnet sich vor uns die Bucht. Unzählige Hongs (spitze Kalksteininseln) werden sichtbar. Einige ganz nah, viele andere am diesigen Horizont. Zwischen diesem Irrgarten aus Inselchen steigen wir vom Longtail-Boot zu zweit in kleine Schlauchboote um. Ein Einheimischer padelt uns eifrig auf einen nahen Hong zu. „Wo will der hin mit uns? Ist das wie der Bahnsteig 9 ¾ aus Harry Potter? Fahren wir durch die Mauer?“ Ich bin verwirrt. Doch je näher wir dem Felsen kommen, um so offensichtlicher wird, wo unser Kapitän mit uns hin will. „Lay Down!“ lacht er.


Wir legen uns flach ins Boot und er bugsiert uns durch eine winzige, schwappende Grotte ins Innere des Hongs. Wow! Als käme man in eine andere Welt. Die Dinger sind innen hohl! Wie gut, dass ich mir vorher keinen Reiseführer durchgelesen habe. Sonst hätte ich gewusst was auf mich zukommt, und wäre zwar bestimmt genauso entzückt wie jetzt, aber weniger überrascht. So geht das noch eine Weile weiter. El Capitano schippert uns von Hong zu Hong und wir fühlen uns ein bisschen wir Columbus auf Entdeckungstour.
Einfach toll!
Wieder zurück auf dem Longtail-Boot soll nun der Höhepunkt des Ausflugs folgen. Der James-Bond-Felsen. Eine markante Kalksteinnadel, die kurz im Film „Der Mann mit dem Goldenen Colt“ zu sehen war. Unser Boot legt an der Insel an, von der man den Felsen am besten bewundern kann. Schnell ist klar. Das hier ist ein Touristen-Hotspot. Der Horror. Ein gedrücke, geschiebe und gemaule. Furchtbar. Schnell ein Foto vom Achsotollenfelsen, und dann nichts wie weg hier.


Vorletzter Programmpunkt des Tages: Mittagessen im Kho Panyi Stelzendorf. Es ist Ebbe als wir am schwimmenden Anleger des muslimischen Stelzendorfs in der Phang Nga Bucht fest machen. Es stinkt fast unerträglich, weil die Abwässer ungeklärt ins Meer unter den Häusern geleitet wird. Irgendwo, in einer schmalen Gasse, ist ein ehemals stolzer Seeadler an ein Geländer gekettet. Die Verkäuferinnen an den vielen kleinen Verkaufsständen sind aufdringlich. Mechanisch laufe ich der Reiseleiterin hinterher zum riesigen Restaurant. Klassische Touristen-Abfertigung. Das Essen ist dennoch lecker. Zum Glück bleiben wir nur für die Dauer des Mittagessens und fahren dann gleich mit dem Boot zurück zum Minivan, der auf uns wartet.
Der obligatorische Buddha-Tempel-Besuch steht noch zwischen uns und unserer kalten Hoteldusche. Wat Suwannakuha. Eine Höhle mit einem liegenden Buddha und wilden, nach Futter gierenden Affen vor dem Eingang. Sowohl Höhle, als auch der riesige Buddha sind beeindruckend. Auch die putzigen Affen vor dem Eingang sind nett anzuschauen. Insgesamt kein Highlight, aber wirklich kurzweilig und sehenswert. Zufrieden sitzen wir nach rund neun Stunden wieder im Minivan gen Hotel, und sind glücklich ob der vielen Erlebnisse und Eindrücke, die man uns heute geschenkt hat.

Ein Tipp zum schnöden Mammon
Mein Selbstversuch in Sachen „Mit welcher Methode bekomme ich den besten Wechselkurs?“ ergibt: Am besten mit der Kreditkarte Bargeld abheben. Die Wechselstuben und Banken verlangen (dort wo ich es versucht habe) keine Gebühr auf das Umtauschen von Bargeld. Normalerweise kann ich mit meiner Kreditkarte weltweit kostenlos Bargeld abheben. Hier in Thailand fallen allerdings beim Geldabheben mit der Kreditkarte am ATM Gebühren an (180 Baht = ungefähr 4,50 Euro). Der Wechselkurs ist aber so günstig, dass es sich trotzdem lohnt. Bei kleineren Beträgen mag sich das aufgrund der Gebühr nicht rechnen, aber je größer die Abhebebeträge sind, umso vorteilhafter ist dieser Weg der Geldbeschaffung.

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