SÜD-POLEN: Härtetest für den Allerwertesten

Wenn man mit einem Billigflieger in den Urlaub starten kann, warum soll man nicht auch mit einem Billig-Reiseunternehmen auf Reisen gehen?
Deshalb:
Natürlich rechnen wir bei einer Anreise aus dem Rhein-Main-Gebiet bis Krakau mit deutlich mehr als zwölf Stunden Busfahrt. Beinah zwanzig Stunden Fahrt sind aber für jede Art von Sitzfleisch eine Zumutung.
Der Bus ist brechend voll. Klar, bei dem Preis. Eine Woche Halbpension, Rundreise in Süd-Polen für unter 500 Euro. Dabei hätte uns schon bei Buchung klar sein müssen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis keinen zweiten Busfahrer vorsieht. Deshalb hat auch jeder Verständnis, dass wir die entsprechenden Ruhezeiten unseres einzigen Piloten einhalten. Lieber spät ankommen, als gar nicht.
Voller Bus, aber gute Laune. Lange Fahrt, aber Derwegistdasziel-Geduld.
Doch dann passiert was man nicht schönreden kann: Die lokale, deutschsprachige Reiseleiterin steigt zu. Ihrem Kauderwelsch Gestammel entnehmen wir, dass sie schon sehr lange nicht mehr als Reiseleiterin gearbeitet hat, sich selbst aber für die beste Gästeführerin weit und breit hält.
Ihren Status versucht sie eindrucksvoll zu demonstrieren, indem sie sich mit dem Busfahrer anlegt. Der genervte Mann hält kurzerhand an, schlägt vor, dass sie entweder die Klappe hält, oder aussteigt. Und? Hat sie was gelernt? Tatsächlich „Never mess up with the pilot.“, sie schweigt und blättert geschäftig in ihren Unterlagen.


Wir haben wunderschöne Tage mit herrlichen Ausflügen vor uns und lassen uns die Urlaubsstimmung nicht vermiesen.
Ziehen wir allerdings Resume, und denken an zukünftige Planungen, dann entscheiden wir für uns, dass wir lieber ein paar Hundert Euro mehr investieren, um die Wahrscheinlichkeit auf eine kürzeren Anreisedauer, eine kleinere Gruppe, und eine fähigere, sprachlich versierte Reiseleiterin zu steigern.

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