PHNOM PEN: Empathie für Anfänger


Der Gedanke daran die Killing Fields und ein ehemaliges Gefängnis S-21 in Phnom Pen zu besuchen verursacht mir in vielerlei Hinsicht Unbehagen.
Zurecht.


Das Gelände der Killing Fields hat zuerst nichts angsteinflößendes. Die Knochen in den Massengräbern könnten theoretisch auch prähistorische Funde sein. Die Hunderte von Totenschädeln in der Gedenk-Stupa haben auch eher etwas klinisches.
Beklemmend wir das alles erst mit den dazugehören Fakten, die die Reiseleiterin uns berichtet: Folter, Exekution, Bäume, die einzig dazu genutzt wurden Säuglinge daran zu zerschlagen,


Völkermord der schlimmsten Art. Menschliche Perversion, die sich mit Worten so nicht beschreiben lässt. Es dauert keine zwanzig Minuten, da wischen sich ausnahmslos alle Mitreisende Tränen aus dem Gesicht. Die Geschichten, die uns unsere Kambodschanische Begleitung erzählt, klingen so bizarr und krank, dass keine Fiktion sich sowas hätte ausdenken können.
Beklemmt, bedrückt, schweigsam.
Die Fahrt zum ehemaligen Folter- und Verhörgefängnis der Roten Khmer S-21 ist keine Vergnüngsfahrt.
Obwohl ich erwartet habe, dass es nicht viel schlimmer kommen kann, kommt es schlimmer. Das S-21 ist mittlerweile ein Museum. Man kann sowohl die Zellen sehen, in denen gefoltert und gequält wurde. Man sieht nachgestellte Szenen der abartigen Methoden Menschen zu quälen und zu misshandeln. Was hier passiert ist, kann es an Perversion mit den Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs aufnehmen. Völkermord. Beängstigend, beschämend.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen